HeatResilientCity

Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten – Bewohnerorientierte Wissensgenerierung und Umsetzung in Dresden und Erfurt

Veranstaltungsrückblicke

23. Januar - 6. Februar 2019 | Workshops zur Bürgerbeteiligung in der Erfurter Oststadt

Bildquellen: Martin Greipel; Stefan Kowalczyk; Paul Würtz, FH Erfurt - © ISP

Siesta, mehr Grün, Frischluftschneisen, Trinkbrunnen… oder: Was macht einen lebenswerten und hitzeangepassten Stadtteil aus Bewohnersicht aus?

Zwischen dem 23. Januar und dem 6. Februar 2019 waren die Bewohnerinnen und Bewohner der Erfurter Oststadt aufgerufen, sich an insgesamt drei Workshops zur hitzerobusten Gestaltung ihres Quartiers zu beteiligen. Die Moderation der Veranstaltungen erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Stadt- und Raumplanung der Fachhochschule Erfurt. Einleitend informierten Vertreterinnen und Vertreter des Umwelt- und Naturschutzamtes der Landeshauptstadt Erfurt und des Instituts für Stadtforschung, Planung und Kommunikation über den dringenden Handlungsbedarf und die spezifischen Rahmenbedingungen in Erfurt. Beispielsweise unterstreicht die im Sommer 2018 durchgeführte Bewohnerbefragung, dass rund 60 Prozent der Befragten die Hitzebelastung in ihrem direkten Wohnumfeld in der Oststadt in den Sommermonaten als "sehr belastend" oder "eher belastend" empfanden (die vollständigen Befragungsergebnisse sind unter: https://www.fh-erfurt.de/fhe/fileadmin/Material/Institut/ISP/PDFs/Befragungsergbnisse_Erfurter_Oststadt.pdf abrufbar).

Jede der drei Veranstaltungen rückte ein anderes Thema in den Vordergrund, wobei die Bürgerinnen und Bürger ihr Wissen und ihre Ideen zu den jeweiligen Themen in Diskussionsrunden einbringen konnten:

Am 23. Januar standen Hanseplatz und Leipziger Platz im Fokus. Hier wurden Gestaltungsdefizite der jeweiligen Freiräume erarbeitet und Maßnahmen diskutiert, mit denen die Plätze zukünftig eine höhere Aufenthaltsqualität auch an heißen Sommertagen erlangen könnten. Gewünscht wurden vor allem eine Erhöhung der sommerlichen Aufenthaltsqualität durch die Pflanzung von Bäumen, die Verschattung von Sitzplätzen und die Anlage von Trinkbrunnen. Aber auch gastronomische Einrichtungen wie ein Café oder ein mobiler Eiswagen sollen auf den Plätzen für Abkühlung an heißen Tagen sorgen. Zusätzlich nahmen die Bürgerinnen und Bürger sich auch selbst in die Pflicht: Urbanes Gärtnern, Baumpatenschaften und Kleinkunst- oder Musikfestivals in Eigenregie sollen die Plätze einladender gestalten.

Der Workshop am 25. Januar lud gezielt Seniorinnen und Senioren ein, die durch Hitze besonders gesundheitlich belastet sind. Die Teilnehmenden erarbeiteten Strategien, wie ältere Menschen trotz sommerlicher Hitze aktiv bleiben können. Es wurde erneut deutlich, dass in der Oststadt schattige Plätze mit Sitzmöglichkeiten fehlen, und dass es häufigere Möglichkeiten zur Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum geben sollte. Weiterhin wünschen sich die Teilnehmenden eine Stärkung des Bewusstseins für hitzebedingte Einschränkungen durch häufigere Erinnerungen und Informationen zum Verhalten.

Den Abschluss bildete am 6. Februar ein Workshop zu einem Zukunftsszenario in der Oststadt im Jahr 2050, in dem die extreme Hitze das öffentliche Leben und die Wasserversorgung zum Erliegen bringt. Was kann man tun, und wie soll sich die Oststadt entwickeln, um dieses potenzielle Szenario zu verhindern oder abzumildern? Die Bürgerinnen und Bürger wünschten sich hierfür mehr grüne Infrastruktur sowohl durch Baumpflanzungen und Dachbegrünung als auch in Form von Vorgärten und Hochbeeten. Dazu sollte es Anreize für die Eigentümer geben und der Grünflächenanteil sollte in den B-Plänen stärker bedacht werden. Eine bessere Beschattung durch Baumgruppen oder Sonnensegel und eine höhere Anzahl an Sitzmöglichkeiten sollen die Hitze auch im Freiraum, wie beispielsweise auf den Plätzen des Stadtteils erträglicher machen. Des Weiteren wiesen die Teilnehmenden auf klimabewusste Stadtplanung und Gebäudebau hin, und wünschten sich weniger Verdichtung und Versiegelung im Quartier. Auch der Erhalt von Kalt- und Frischluftschneisen wurde betont. Die Bürgerinnen und Bürger diskutierten auch über neue Mobilitätskonzepte und Car- bzw. Bike-Sharing Systeme, die den Anteil von Autos vermindern und öffentliche Verkehrsmittel und Fahrradbenutzung fördern. Auch das Hitzeverhalten in südlichen Nachbarländern (z.B. Siesta) wurde diskutiert. Die Bürgerinnen und Bürger begrüßten zudem auch hier bestehende Beteiligungsformate, sie möchten selbst aktiv werden und mit gutem Vorbild voranschreiten.

Die Ergebnisse der Workshops fließen in die weitere Forschungsarbeit des ISP ein, und werden zusätzlich an die zuständigen Ämter der Stadtverwaltung Erfurt weitergeleitet.

25. August 2018 | Stadtteilfest "Krämp fresh" in Erfurt


Fotos: © Birgit Keppler, ISP

 

Am 25. August 2018 fand in Erfurt das Stadtteilfest "Krämp fresh" im Rahmen des Festes "Kultur flaniert" statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes der Landeshauptstadt Erfurt nahmen gemeinsam mit dem Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der Fachhochschule Erfurt Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Erfurter Oststadt auf, um mit ihnen über die Themen Hitze, Wohn- und Lebensqualität zu sprechen. Anhand der Klimafunktionskarte wurden Zusammenhänge veranschaulicht und viele Informationen weiter gegeben. Zudem konnten sich die Besucherinnen und Besucher über das parallel zu HeatResilientCity verlaufende Projekt "Erfurter Stadtgrünkonzept im Klimawandel" informieren. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Oststadt hatten die Möglichkeit, sich an der Quartiersbefragung im Rahmen des Projektes HeatResilientCity zu beteiligen. Dies wurde seitens der angesprochenen Zielgruppe in Anspruch genommen. Abgerundet wurde der Aktionstag mit Produkten wie selbstgemachtem Honig der Erfurter "Fuchsfarm", einer Bildungseinrichtung zum Thema Natur- und Umweltschutz der Landeshauptstadt Erfurt.

 

09. August 2018 | EWG-Kaffee-Nachmittag

Am Donnerstag, den 09. August 2018, fand im Nachbarschaftshilfeverein der EWG ein Kaffee-Nachmittag unter dem Motto "Rentner-Sommerhitze" statt. 

Die Zusammenkunft der Seniorinnen und Senioren nutzten MitarbeiterInnen des Instituts für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (FH Erfurt) und der Landeshauptstadt Dresden dazu, den RentnerInnen das HRC-Projekt mit seinen Inhalten und Methoden näher vorzustellen. Zudem wurden wertvolle Tipps zum Verhalten bei Hitzebelastung sowie zur Ersten-Hilfe bei Hitze-Schäden an die Gorbitzer SeniorInnen vermittelt. Im Anschluss daran wurde die Bewohnerbefragung näher erläutert und es folgte eine kurze, angeregte Fragerunde, bei der die MitarbeiterInnen Rede und Antwort standen und wertvolle Informationen in Bezug auf die Sorgen und Probleme der SeniorInnen in ihrem Stadtgebiet sowie entsprechende Anregungen für Verbesserungsmöglichkeiten erhielten.

Anschließend bekamen die RenterInnen die Möglichkeit, jeweils selbst eine Mental Map auszufüllen. Die Fragebögen nahmen sich die Seniorinnen und Senioren als kleine "Hausaufgabe" mit in die eigenen Vier Wände. Die Bögen werden sie bei ihrem nächsten Besuch im Nachbarschaftshilfeverein ausgefüllt wieder abgeben.

10. Juni 2018 | 12. Westhangfest in Dresden Gorbitz


© ISP


© R. Ortlepp, IÖR

Am 10. Juni 2018 fand das 12. Westhangfest unter dem Motto "Gorbitz zauberhaft" auf der Familienmeile zwischen Amalie-Dietrich-Platz und Merianplatz statt.

Auf dem gut besuchten Stadtteilfest konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes der Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit dem Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP) erste Kontakte zu den Bewohnerinnen und Bewohnern im Projektgebiet Gorbitz knüpfen. Mit Schattenzauberern, Hitzehexen und selbst gebastelten Sonnenhüten stellten sie das Projekt vor.

Nicht nur die Kinder kamen dabei auf ihre Kosten. Auch die Erwachsenen konnten sich aktiv beteiligen. An einer Stadtteilkarte markierten sie die Plätze, an denen sie sich an Hitzetagen besonders gern oder ungern aufhalten. Besonders interessant war für viele vor allem der anschließende Blick auf die Klimafunktionskarte des Quartiers. Die neugierigen Besucher entdeckten darauf die Flächen, welche durch Versiegelung und Bebauung eine Überwärmung aufweisen oder zur Kalt- und Frischluftproduktion dienen. Ausgerüstet mit einem „Zauberkuli“ konnten die Gorbitzer zudem ihre Wünsche für "Ihr" grünes Umfeld auf ein weißes Blatt Papier zaubern und den Forschern damit interessante Anregungen liefern. Allen voran stand der Wunsch nach Baumpflanzungen sowie beschatteten Sitzgelegenheiten und Spielplätzen.