HeatResilientCity

Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten – Bewohnerorientierte Wissensgenerierung und Umsetzung in Dresden und Erfurt

Modul 1 | Wirkungsanalyse von Klimawandel und Anpassungsoptionen

Modul 1 liefert die aktuellen und zukünftigen klimatischen Eingangsgrößen für die Beispielquartiere in Dresden und Erfurt. Die in Modul 3 entwickelten und ausgewählten Anpassungsmaßnahmen an Hitzebelastungen werden in verschiedenen Bereichen untersucht. So werden die thermischen Belastungen für die Bewohner/-innen in Freiräumen und in Gebäuden, die Wirkungen von mittleren klimatischen Belastungen und Klimaextremen auf Gebäude, die zukünftigen Anforderungen an haustechnische Systeme sowie die klimaregulative Leistungsfähigkeit städtischer Ökosysteme analysiert.

Aus der Bearbeitung von Modul 1 resultieren für die Quartiere in Dresden-Gorbitz und der Erfurter Oststadt angepasste Daten für hitzebedingte Klimarisiken, z. B. die Definition einer mittleren und extremen sommerlichen Hitzeperiode im Klima-Zeitraum 2021 bis 2050. Darüber hinaus werden die Inputdaten zur Bestimmung humanbiometeorologischer Indizes generiert. Mit Hilfe dieser Maßzahlen lässt sich die Hitzebelastung der Bewohner/-innen in Gegenwart und Zukunft bewerten. Die Auswirkungen künftiger Hitzeperioden auf Ökosystemleistungen und Biodiversität werden ebenfalls für die Beispielquartiere in Dresden und Erfurt betrachtet. Auf der Ebene der Gebäude werden die Energiebedarfe des Bestandes unter veränderten Klimabedingungen, insbesondere einer Verlängerung und Intensivierung sommerlicher Hitzeperioden, analysiert. Damit unterstützen die Daten und Werkzeuge von Modul 1 die Wissensvermittlung in Modul 2 sowie die Entwicklung und Erprobung von Handlungsoptionen in Modul 3.

Modul 2 | Akteursperspektiven auf lokale Klimaanpassungsprozesse

Das Modul 2 beschreibt laufende und bereits abgeschlossene Klimaanpassungsmaßnahmen in den Kommunen Erfurt und Dresden. Durch Interviews mit Beteiligten von Unternehmen, der Stadtverwaltungen, Vereinen und den Bürgern und Bürgerinnen selbst soll herausgefunden werden, wo die Stärken und wo die Schwächen der bisherigen Anpassungsmaßnahmen in den beiden Städten liegen. Eine Netzwerkanalyse wird die Ergebnisse transparent und ansichtlich aufbereiten. Das Modul zeigt zudem mit internationalen und nationalen sogenannten "Good-Practice"-Beispielen, wie Klimaanpassung in der Stadt gut funktioniert. Dazu werden Ausstellungen in beiden Städten vorbereitet und bald der Öffentlichkeit bereitgestellt. Befragungen und Informationsveranstaltungen in den hitzebelasteten Quartieren geben den Bürgern und Bürgerinnen die Möglichkeit, mehr über das Thema Hitzebelastung zu lernen und den Prozess der wissenschaftlichen Arbeit mitzugestalten. Eine besondere Methode der Befragung sind die persönlichen Hitzekarten, die die subjektiv wahrgenommene Wärmebelastung der Quartiersbewohner und -bewohnerinnen kartographisch erfassen und mit gemessener Wärmebelastung verglichen werden kann. Die Ergebnisse der Befragungen, der partizipativen Veranstaltungen und Erfahrungen von Experten und Expertinnen werden wissenschaftlich ausgewertet und mittels Schlussfolgerungen zusammengefasst.


Modul 3 | Umsetzung auf Bewohner- und Quartiersebene

Modul 3 greift die Eingangsgrößen des Klimawandels (Modul 1) sowie die Wahrnehmungen, Erwartungen und Verhaltensmuster der Bewohner/-innen (Modul 2) aus den Beispielquartieren auf, um spezifische Handlungsoptionen für die Bewohner/-innen, die Gebäudewirtschaft sowie die Stadtentwicklung in Dresden und Erfurt zu entwickeln. Diese sollen in Pilotanwendungen in den Beispielquartieren erprobt werden. Das Modul wird maßgeblich angetrieben, koordiniert und kofinanziert durch die beiden Landeshauptstädte und durch Grundstücks- und Gebäudeeigentümer, wie die Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft Dresden, unterstützt. Es greift dabei einerseits auf Daten und Werkzeuge aus Modul 1 zurück, um innovative Anpassungsoptionen unter Beachtung ihrer Effektivität und Effizienz zu entwickeln und deren Erprobung zu begleiten. Andererseits steuert Modul 2 die erforderlichen Arbeitsansätze und Techniken für die bewohnerorientierte Steuerung und Begleitung der Aushandlungs- und Priorisierungsprozesse im Sinne der Akzeptanz und der sozialen Gerechtigkeit bei.

Modul 4 | Interdisziplinäres und transdisziplinäres Projektmanagement

Durch die enge Zusammenarbeit von Forschung und Praxis im Forschungsvorhaben HeatResilientCity wird eine transdisziplinäre Ausrichtung des Vorhabens ermöglicht. Sie spiegelt sich u. a. in einem Co-Design der durchzuführenden Arbeiten wider. Bei diesem Co-Design wurden die Inhalte, Ziele und Arbeitsprozesse der Teilprojekte u. a. eng an den Erfordernissen, Möglichkeiten und zeitlichen Abläufen der umsetzenden Praxis orientiert. Kernpunkte eines darauf ausgerichteten Projektmanagements sind eine gemeinsame Beratung und Steuerung der zentralen inhaltlichen Fragestellungen durch eine Steuerungsgruppe, die Bereitstellung und Moderation geeigneter Dialog- und Kommunikationsformate sowie die kontinuierliche Begleitung der Planungsprozesse in den Beispielquartieren. Die Umsetzung von pilothaften Maßnahmen an und in Gebäuden sowie in Freiräumen ist ein explizites Ziel des Projektmanagements im Forschungsvorhaben. Die enge Verzahnung der Perspektiven, Prioritäten, Erfahrungen und Möglichkeiten der Praxis einerseits und der Methoden und Innovationen auf Seiten der Wissenschaft andererseits erfolgt im Rahmen der Beispielquartiere in Dresden-Gorbitz und der Erfurter Oststadt. In diesen beiden Beispielquartieren sind die umsetzungsorientierten inhaltlichen und koordinatorischen Arbeiten des Projektes verortet.