HeatResilientCity (HRC)

Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten – Bewohnerorientierte Wissensgenerierung und Umsetzung in Dresden und Erfurt

Maßnahmen im Freiraum

Mehr Blühwiesen für Dresden-Gorbitz - Extensivierung von Grünflächen

Auf Initiative des HRC-Projektteams wurden intensiv gepflegte Grünflächen der Landeshauptstadt Dresden (LHD) und der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) auf eine extensive Mahd umgestellt. Dies soll die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren im Beispielquartier Dresden-Gorbitz fördern und dadurch ein größeres Nahrungsangebot für Insekten und insbesondere Bienen bereitstellen. In der Abbildung sind in Gelb und Grün die Flächen dargestellt, auf denen seit Frühjahr 2020 die Pflegeumstellung erfolgt ist.

Weitere geplante Langschnittflächen der EWG sind ebenfalls in der Abbildung dargestellt. Die Auswahl der Flächen beruht u.a. auf den Äußerungen von Bewohnerinnen und Bewohnern, die bei den durchgeführten Befragungen zusammengetragen wurden. Auf dieser Grundlage ist bspw. aktuell die Anlage einer weiteren Blühwiese durch die EWG im Stadtblickpark geplant.

 

Was bedeutet extensive Pflege?

Extensiv gepflegte Grünflächen werden maximal 2 mal jährlich gemäht, wobei die erste Mahd so spät wie möglich im Jahr erfolgen sollte. In der Regel wird nicht mit bestimmten Samenmischungen gearbeitet. Die Wiese wird vielmehr sich selbst überlassen, sodass sich im Laufe der Zeit von selbst standortangepasste Arten ansiedeln. Die Umstellung ist deshalb als Prozess zu verstehen, der sich über mehrere Jahre erstreckt.

Geeignet für die extensive Begrünung sind zusammenhängende, größere Flächen, die weniger stark genutzt werden, Wäsche- oder Spielplätze sind somit ungeeignet.

Welche positiven Effekte bringt die Extensivierung von Grünflächen?

Pflanzen und Tiere, welche aus der freien, vielerorts strukturarmen Landschaft verdrängt werden, finden auf extensiv gepflegten Wiesen in der Stadt wertvolle Rückzugsorte. Diese Extensivgrünflächen oder auch Langschnittwiesen werden zudem nicht gedüngt oder mit Pestiziden bearbeitet. Es können sich Blütenpflanzen und Kräuter entwickeln, die Nahrung für viele Insekten wie Bienen und Schmetterlinge bieten. Dadurch wird die Artenvielfalt in der Stadt erhöht wird.

Überdies verzögern die langen Gräser, dass der Boden rasch austrocknet. Somit können kurze Trockenperioden besser überstanden werden und die positive Wirkung von Pflanzengrün auf das menschliche Wohlbefinden bleibt erhalten.

Schlussendlich soll das Wohnumfeld durch die Umgestaltung von monotonen Rasenflächen in blühende Wiesen aufgewertet werden. Die Gorbitzerinnen und Gorbitzer können die Vielfalt und Wandelbarkeit der Natur nun direkt vor ihrer Haustür erleben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dresden.de/artenvielfalt.

Abbildung 2: Extensivierte Flächen in der Nähe der Unterführung an der Julius-Vahlteich-Straße